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Die Klinsmänner in der Einzelkritik

09/23/2018

WIR haben den dritten Platz bei der WM geholt. WIR können zwar stolz darauf sein, aber es wäre mehr möglich gewesen. WER war nun Schuld daran, dass unser Pott jetzt bei den Italienern gelandet ist?

 wm-transfer analysiert: Die Einzelkritik der deutschen Spieler bei der WM 2006

  

Torhüter

Jense Lehmann (Arsenal London)

Eigentlich ist Jense prädestiniert dafür, ordentlich einen reingewürgt zu bekommen. Aber was ganz schlimm ist: Es geht nicht! Unser Nachwuchs-Oli hat sich im Turnier richtig gut verhalten, hat keine Mannschaftskollegen umgetreten und hat sich auch von dem Oli sagen lassen, wohin die Argentinier beim Elfmeterschießen zielen. Ansonsten gut und solide alles gehalten, was er halten konnte. Bis auf das 1:0 von Italien, was er nicht halten konnte, weil er ja nicht der Kahn-Oli ist… Verstanden?

Kahn-Oli (Bayern München)

Eigentlich gingen wir davon aus, dass Kahn nur mit in die Mannschaft wollte, um den Teamgeist zu untergraben und Klinsis, Lehmanns,  … Untergang vorzubereiten. Aber, was uns alle erschüttert und zugegebenermaßen gelangweilt hat ist, dass er hat sich für Fairness und Unterstützung entschieden hat. Das ist nicht der Oli, den wir kennen. Wird er auf seine alten Tage noch ein Weichei? Wäre schade um wm-transfers liebstes Kind! Ansonsten gute Leistung beim Spiel gegen Portugal. Das muss ja leider auch mal gesagt werden.

Timo Hildebrand (VfB Stuttgart)

Die alte Pelikanfresse Hildebrand war auch dabei. Das allerdings nur als Belustigung für die Mannschaftskameraden, denn nach dem Ausscheiden im Halbfinale musste sich Hildebrand im Profil vor die Mannschaft stellen und die durften ihn mit Eiern, Tomaten und Kürbissen bewerfen (wer das Kinn traf, kassierte 50 Punkte). Dieser Motivationstrick von Klinsi und Co. Sorgte für eine Verbesserung der allgemeinen Stimmung, den 3. Platz und eine Daseinsberechtigung für Timo Hildebrand.

 

Abwehr

Arne Friedrich (Hertha BSC Berlin)

Uns-Arne hat eine solide WM gespielt. Ging vor dem Turnier noch die große Angst um, wenn auch nur sein Vorname fiel, so steigerte er sich im Turnier jans möschtich (ist kein Druckfehler – Berliner sprechen nun mal so). Seinen guten Eindruck allerdings machte er bei jeder Flanke zunichte, die er mit der Präzision eines Schweizer Uhrwerks hinter das Tor setzte. Friedrich und flanken ist ungefähr so wie Vogts und modeln…

Und weil er auch noch eine ultralangweilige Visage sein Eigen nennt, haben wir anstelle dieser lieber das Bild seiner Freundin gesetzt. Ganz schöner Schuss, nicht wahr?!

Robert Huth (FC Chelsea London – noch)

Ach Mensch, Robert, da freut sich eine ganze Nation auf Dich und Deine fußballerischen Fähigkeiten (liegen etwa auf dem Niveau einer bei ebay ersteigerten Tip-Kick-Figur) und dann lässt Du alle so schändlich hängen. Beim Aufwärmen verletzt – das ist ja nun wirklich weibisch. Lernt man so etwas in England? Wenn Du da mal spielen würdest, würde dir der Rooooney schon zeigen, was echte Kerle sind!

Marcell Jansen (Borussia Mönchengladbach)

Unser Püppchen von der Bank. Jansen hat die spielenden Kollegen immer still und leise begleitet, sei es zum Training, zu den Spielen, unter die Dusche, … Bekam seinen Ehreneinsatz im Spiel gegen Portugal – und war überraschenderweise ganz ordentlich. Also nicht wirklich gut, aber für einen Jansen war es schon gar nicht so schlecht.

Philipp Lahm (Bayern München)

Ja, der Philipp. Der hat uns richtig Freude bereitet. Wie der den deutschen WM-Zug mit seinem 1:0 im Eröffnungsspiel ins Rollen gebracht hat, das war schon super und spitze und knorke. Trotz Manschette hat er die ganze WM durchgehalten und ist dabei aufgrund seiner Körpergröße von 1,12 Meter mehr als doppelt so viele Kilometer gelaufen wie all seine Kollegen zusammen. Respekt, Respekt – von dem Wurzelgnom kann man noch mehr erwarten!

Per Mertesacker (Hannover 96)

Laut Statistik unser zweikampfstärkster Verteidiger. Ach was heißt Verteidiger, Nationalspieler allgemein. Also nicht nur von uns, sondern von allen Mannschaften. Weltweit. Und darüber hinaus. Der beste Verteidiger im ganzen Universum. Hat alle Befürchtungen über unsere Abwehr zerstreut und stattdessen gespielt, als wäre er gar nicht der Mertesacker.

Christoph Metzelder (Borussia Dortmund)

Das Sprachrohr der deutschen Mannschaft. War immer wieder für mannschaftliche Statements verantwortlich, die nicht von Oberonkel Bierhoff verkündet wurden. Der Grund war nicht, dass er so viel Vertrauen bei den Mannschaftskameraden genießt, sondern dass er als einziger über ein relativ normal ausgebildetes Sprachzentrum verfügt. Und er besitzt die lustigste Mütze von allen! Fußballerisch war Metzelder bei diesem Turnier solide und abgebrüht, nicht ganz so toll wie bei der WM 2002, aber immerhin. Hätte er allerdings die Leistung von 2002 gebracht, wären wir Weltmeister geworden. Also, Christoph, alles Deine Schuld!

Mittelfeld

Michael Ballack (bei der WM noch Bayern München)

Alles bleibt wie es war und wird sich nicht ändern. Der Möscha hat realistisch betrachtet gar nichts gebracht. Nicht mal das eine oder andere Tor hat er geschossen, obwohl er es gegen Schweden an die 14.293 mal probierte. Pfui bah, geh doch nach England! Hin und wieder simulierte er dann einen Wadenkrampf und machte einen auf ackernder, mannschaftsdienlicher Kapitän. Dann hat er sich auch noch den Finger in den Hals gesteckt, damit er nach dem Spiel „aus Erschöpfung“ kotzen kann wie der Beckham. Aber selbst dazu war der Möscha zu doof…

Tim Borowski (Werder Bremen)

Der schöne Tim hat für seine Körpergröße wirklich ganz ordentlich gespielt. Nein, wirklich, den dürfen wir hier nicht durch den Kakao ziehen, denn seine Kopfballvorlage hat den Polen-Miro immerhin den Ausgleich gegen die Jungs mit den Bombenlegerfrisuren erzielen lassen (Argentinien). Also Tim, mach weiter so, und dann lassen wir Dich auch in Frieden – vielleicht…

Torsten Frings (Werder Bremen)

Ja, der Torsten, der hat Spaß gemacht. Der weiß, wie man mit Argentiniern umgeht und Italienern richtig Angst macht. Frings hat eine richtig gute WM gespielt, wenn er denn dann spielen durfte. Und was noch viel besser war ist, dass ihn alle anderen Mannschaften, Presseleute, Funktionäre, etc. gehasst haben. Erst klaut er den Ball vom Eröffnungsspiel, dann klatscht er einen Argentinier um, also wirklich – unseren tiefsten und ehrlichen Respekt, Torsten. Weiter so!

Thomas Hitzlsperger (VfB Stuttgart)

Hitzlsperger kam ebenfalls nur beim Spiel um den 3. Platz zum Einsatz. Das war auch gut so, denn den können wir eigentlich nicht gebrauchen. Der ist ja so schwach – der könnte höchstens beim Iran, bei Brasilien oder Holland spielen. Nicht aber bei einer Spitzentruppe wie der deutschen Nationalmannschaft. Also, Thomas, versuch Iraner zu werden, denn da kannst Du noch mal auf einen Einsatz hoffen.

Sebastian Kehl (Borussia Dortmund)

Eigentlich kann den Kehl ja niemand leiden. Weil er arrogant ist! Weil er bei Dortmund spielt! Weil aus ihm nichts Vernünftiges geworden ist! Weil er meistens Scheiße spielt! Aber bei der WM war es anders. Bei seinem Einsatz gegen Portugal gab er sich richtig Mühe und hat auch den einen oder anderen vernünftigen Ball gespielt. Man hätte direkt anfangen können, ihn zu mögen. Leider ist er arrogant, spielt bei Dortmund und was Vernünftiges ist auch nicht aus ihm geworden. Also können wir ihn nicht leiden!

David Odonkor (Borussia Dortmund)

Eins der Highlights neben Torsten Frings. Wann immer Odonkor gebracht wurde, rannte er wie von allen guten Geistern verlassen über das Feld und keiner kam hinterher. Auch nicht der Gegner, die eigenen Mitspieler oder der Ball. Um es an dieser Stelle literarisch zu sagen: Die Rasenfläche fing Feuer unter seinen Füßen und sein Schweif wehte ausgelassen im Winde…

Kalle Baschinski (FC Bölleröp e.V.)

Kalle Baschinski war auch bei dieser WM wieder die graue Eminenz im Hintergrund. Ohne auffällig zu sein,  dirigierte er seine Mannen Richtung gegnerisches Gehäuse. Seiner ausgefeilten Technik und dem unnachahmlichen Körpereinsatz hatte es die deutsche Mannschaft zu verdanken, dass der Titel greifbar nahe war. Kalle zieht sich nach der WM in sein Trainingslager im Osten Bottrops zurück, wo er mit Mudder Baschinski an den taktischen Feinheiten für die EM 2008 arbeitet.

Bernd Schneider (Bayer Leverkusen)

Hiiiiiiiilfe, der Mann war die Hölle. So sehr uns die Nationalmannschaft teilweise begeisterte, so schnell brachte uns der Bernd wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. Zugegeben, er kämpft. Und wenn er sich den ball dann mal erkämpft hat, spielt er ihn mit einer unglaublichen Regelmäßigkeit dem Gegner wieder zu. Nichts und niemand könnte ihn daran hindern. Und dass er in diesem Turnier sein zweites Tor im Dress der Nationalmannschaft schießen wollte, kam einer Beleidigung aller intelligent denkenden Fußballfans gleich. Wir fordern: Bernd raus!

Bastian Schweinsteiger (Bayern München)

Der Basti hat nicht so wirklich überzeugt. Bis kurz vor Schluss. Da hat er dann die Flatterpillen ausgepackt und Portugal gleich 3 Stück rein gehauen. Da war er wieder ganz der Alte. Dann hat er auch noch die gelbe Karte bekommen, weil er sich das Trikot über den Kopf gezogen hat. Das war allerdings eine Missdeutung der FIFA, denn er wollte nicht seinen weißen Oberkörper mit Pickeln zeigen, sondern seine knallrote, häßliche Visage verdecken. Dafür gibt man keine gelbe Karte, meine Herren, sondern einen Orden!

Angriff

 

Gerald Asamoah (Schalke 04)

Ach Blondie! Was haben wir uns auf unseren Wühler gefreut, der hin und wieder einen Abwehrspieler in den Boden walzt, um anschließend das Leder am Tor vorbeizuhämmern. Aber was war? Nichts. Nur ein Kurzeinsatz und sonst nur Faxen machen mit Oli Kahn auf der Bank. Schade, wäre doch bestimmt lustig geworden, wenn wir den Gerald öfter hätten sehen können.

Kevin Kuranyi (Schalke 04)

Reingefallen, den brauchten wir doch gar nicht!

 

Mike Hanke (VFL Wolfsburg)

Geht es unserem Fußball wirklich so schlecht, dass selbst Mike Hanke zu einem WM-Einsatz kommt? Ein Spieler vom VFL Wolfsburg? Igitt Igitt! Hanke hat sich mächtig reingekniet, als er mal aufs Feld durfte – das war es aber auch. Selbst ausgeruht kann er gegen Abwehrspieler internationalen Standards nichts reißen. Aber so lange er spielt, gibt er wenigstens keine Interviews. Vielleicht hat ihn Klinsi deshalb gebracht! Denn jeder weiß, dass Hanke der Beweis dafür ist, dass die Pisa-Studie bei weitem nicht die Untergrenze deutscher Intelligenz aufzeigen konnte…

Miro(slav) Klose (Werder Bremen)

Unser Polen-Miro hat wieder gezeigt, dass er da ist, wenn er gebraucht wird. Klose hat eindeutig das Gerd Müller-Gen in sich. Scheiße oder gar nicht spielen und dann Tore schießen. Übrigens hat das der Bernd Schneider auch, nur er verzichtet auf die Tore, aber das nur nebenbei. Ansonsten „äääh“te sich Klose durch die Massen von Interviews, als hätte er erst gestern über die Grenze rüber gemacht. Das verzeihen wir ihm aber, denn er hat wirklich was gerissen!

Oliver Neuville (Borusssia Mönchengladbach)

Neuville wird immer als Edel-Joker gehandelt. Bei seinem Last-Second-Tor gegen Polen hat er diesen Ruf auch nachhaltig unter Beweis gestellt – allerdings nur da. Ansonsten war von ihm am meisten zu sehen, wenn die Kamera einen Schwenk über die Reservebank machte. Aber warten wir mal ab: Vielleicht ist er in 10-15 Jahren ein richtiger Star. Er hat ja noch Zeit. Schließlich ist der Oliver noch ganz klein.

Lukas Podolski (bei der WM noch 1.FC Köln – schnief)

Der „beste Nachwuchsspieler des Turniers“ hat richtig gerackert. Meist war der Erfolg, dass ein Gegenspieler winselnd am Boden lag. Anständige Arbeit, Lukas. Im Spiel gegen Schweden hatte er nach anfänglicher Ladehemmung endlich sein Coming Out. Also eigentlich nicht auf dem Feld, sondern beim nachträglichen Duschgemenge mit Jens Nowotny. Aber solche Details gehören nun wirklich nicht auf eine seriöse Fußball-Webseite!

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